Inhaltsverzeichnis

1. Moderne Technologien – Freund oder Feind?
2. Digitale Gesellschaft – Vision & Chancen
3. Digital Designer – Architekten für die digitale Gesellschaft
4. Ein Plädoyer für den Menschen – und Technik, die uns unterstützt
5. Fazit
6. Ergosign GmbH

1. Moderne Technologien – Freund oder Feind?

Ich selbst bin Technologieoptimist. Mich begeistert die Vorstellung einer Zukunft, in der Mensch und Technik eine synergetische Einheit bilden und in der Technologie dank sinnvollem Einsatz zu Lebensqualität und Wohlstand für alle Menschen beiträgt. Persönlich neige ich daher zur Antwort: “Freund”. Gleichzeitig bin ich mir der Risiken bewusst. Kaum ein anderes Thema beschäftigt Anthropolog:innen, Psycholog:innen und Technolog:innen aktuell so sehr, wie die Einflüsse von künstlichen Intelligenzen und Robotern auf uns als Individuen, unser privates und berufliches Leben. Digitalisierung ist dabei nicht zuletzt auch ein gesellschaftlicher Reifeprozess, der vom gemeinsamen Diskurs profitiert. Meine optimistische Grundhaltung sehe ich daher als Startpunkt, an dieser Diskussion teilzunehmen. Ich freue mich auf eure Gedanken zu den folgenden Zeilen, die uns der Antwort auf “Freund oder Feind?”, “WALL·E oder Terminator?” sicher wieder ein Stück näher bringen werden.

1.1 75 Milliarden vernetzte Geräte

Verschaffen wir uns zunächst einen Überblick zu den Hintergründen der jüngsten Technologie-Invasion und potentiellen Ankerpunkten für mensch-zentriertes Design. Einige Technologien sind für uns sichtbar. Die Sicherheitskamera im Bahnhof, das Mobiltelefon in der Hand oder der Schrittzähler am Handgelenk. Es gibt jedoch auch eine verborgene Welt, in der Micro-Controller unscheinbare Alltagsgegenstände vernetzen und in digitale Ökosysteme einbinden. Stell Dir vor, ein Sensor überwacht die verbleibende Bohnenmenge in der Kaffeemaschine. Meldet der Sensor Bedarf, wird Deine Lieblingsbohne unter Berücksichtigung eines günstigen Marktkurses dann automatisch nachbestellt, bezahlt und an die Haustür geliefert. Diese Welt bezeichnen wir als das Internet of Things (IoT). Forschungsinstitute wie Statista gehen davon aus, dass wir bereits 2025 von bis zu 75 Milliarden intelligenter und vernetzter Geräte umgeben sein könnten.

1.2 Die neue Intimität zwischen Mensch und Technik

Betrachten wir körpernahe Technologien, setzt sich dieser Trend nahtlos fort. Sogenannte “Human Wearable Bionics” erweitern die kognitiven und physischen Fähigkeiten des Menschen auf “magische Weise”. Bosch hat es kürzlich geschafft, die Technik für smarte Datenbrillen auf die Grösse eines modischen Brillenbügels zu schrumpfen. Samsung geht noch einen Schritt weiter und hält das technische Patent für eine AR (Augmented Reality)-Kontaktlinse. Für den Gesprächspartner ist das technische Upgrade seines Gegenübers mit blossem Auge zukünftig kaum auszumachen. Die Verschmelzung von Körper und Technologie bewirkt dabei eine fast intime Verbindung, die Vertrauen erfordert und mit der heutigen Beziehung zu unseren Smartphones kaum vergleichbar ist. Mensch-zentriertes Design kann hier mit Empathie bildenden Methoden helfen, Bedenken genauso zu adressieren wie Bedürfnisse.

1.3 Gesellschaftliche Akzeptanz zwischen Hollywood und “Yōkai”

Die Akzeptanz von Technologie ist auch eine kulturelle Frage. Hollywood erzählt gerne die Geschichte von Killer-KIs mit roten Laseraugen, die beschliessen den menschlichen Parasiten auszulöschen. In fernöstlichen Kulturen wie Japan dagegen sind Maschinen nicht böse. “Artefaktgeister”, sogenannte Tsukumogamis, beseelen Alltagsgegenstände und werden dadurch zu Familienmitgliedern. In Folge wird der treue Staubsauger bei Quittierung des Dienstes zeremoniell verabschiedet und humanoide Roboter regeln wie selbstverständlich den Check-In an der Hotelrezeption. Die natürliche Nähe von Mensch und Technik zeigt sich auch in der japanischen Altenpflege. Service-Roboter bedienen Pflegebedürftige mit Kaffee, Therapieroboter, wie die Robbe “Paro”, sorgen für emotionale Wärme und verstorbene Mitmenschen werden in Form von KI-Chatbots “wiederbelebt” und in der Seelsorge oder bei Demenzerkrankungen eingesetzt. Japan zeigt uns, wie förderlich gesellschaftliches Grundvertrauen für technologiebasierte Innovationen zu sein scheint.

Unabhängig von persönlichen ethischen Ansichten zu holographischen KI-Chatbots aus dem Jenseits haben alle Beispiele eine gemeinsame Botschaft: Die jüngste technologische Welle hat in Grösse und Geschwindigkeit eine Dimension erreicht, die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft unausweichlich machen. Meine persönliche Meinung: Die Effekte sollten wir als Digital Designer aktiv mitgestalten.

Roboter

Roboter betreuen Senioren in einem japanischen Altenheim |Quelle: Westdeutsche Zeitung

2. Digitale Gesellschaft – Vision & Chancen

Lebensräume der Zukunft

Symbolbild für smarte Lebensräume der Zukunft am Beispiel Tencent “Net City” in Shenzhen | Quelle: E&T Engineering and Technology

Aber wie könnte eine digitale Gesellschaft aussehen? Als Technologieoptimist möchte ich den Fokus exemplarisch auf drei positive Effekte legen, auf die wir aus meiner Sicht hoffen dürfen und dich inspirieren sollen, welchen Einfluss du als Digital Designer nehmen kannst. Im Anschluss gebe ich dir dann gezielte Impulse zur Erweiterung deines Methoden- und Werkzeugkastens, mit denen wir den neuen Herausforderungen mit mensch-zentrierter Perspektive begegnen und diese spannende Zukunftsvision gemeinsam gestalten können.

2.1 Technologische Demokratisierung für mehr Teilhabe

Per Definition geht es bei Demokratie um “Teilhabe”. Bei der Demokratisierung von Technologien geht es um den freien Zugang für alle und darum, dass ihre Nutzbarkeit nicht einigen Wenigen mit entsprechender technologischer Expertise vorbehalten ist. Der Siegeszug sogenannter Low-/No Code Tools sorgt dafür, dass die Nutzung von künstlichen Intelligenzen und die Steuerung von Robotern keinen Doktortitel erfordern. Komplexe Programme können mittels einfacher grafischer Bedienoberflächen im Drag & Drop-Verfahren erstellt werden. 

Der demokratische Moment entsteht, wenn nun dank geeigneter Softwareanwendungen jede:r Interessierte die praktische Möglichkeit hat, Innovationen gesellschaftlicher Tragweite aktiv mitzuentwickeln. Die nicht zu unterschätzende Herausforderung dabei: komplexe technische Zusammenhänge in für die Allgemeinheit verständliche mentale Modelle und eine intuitive Bedienoberfläche zu überführen. Klingt erneut nach einem Job für die Digital Designer.

2.2 Digitale Systeme für mehr Inklusion

Schauen wir in die nahe Zukunft, werden die Herausforderungen bei der Gestaltung barrierearmer Systeme weit über heutige Verordnungen wie die BITV 2.0 hinausgehen. Die natürliche Kommunikation zwischen Bewohner:innen und intelligent-autonomer Infrastruktur einer Smart City von Transportservice bis Supermarkt wird die Interaktion mit all unseren Sinnen erfordern. Stell Dir vor, du zeigst auf ein Fahrzeug, sprichst in diesem Kontext den Sprachbefehl “Jetzt buchen” und hörst eine akustische Bestätigung. Aber was ist, wenn dein Arm in Gips liegt oder deine Hörkraft eingeschränkt ist? Das Beispiel zeigt, dass multisensorische Anwendungen extrem robust gegen das (temporäre) Fehlen einzelner Fähigkeiten gestaltet sein müssen. Hinzu kommen Exoskelette, die uns wieder mobil machen, Datenbrillen, die uns kognitiv entlasten und kollaborative Roboter – sogenannte CoBots – die uns bei körperlich anstrengenden Arbeiten unterstützen.

Jan Groenefeld

Jan Groenefeld beim Selbsttest der Paexo-Exoskelette auf Einladung bei Ottobock in Duderstadt | Quelle: Ergosign

Mit dem Ziel das diffizile Zusammenspiel mit interaktiven Umgebungen und körpernahen Technologien systematisch und insbesondere inklusiv zu gestalten, möchte ich dir die Methodik des Service Design etwas weiter unten im Text vorstellen.

Im Forschungsprojekt AVASAG erforschen Ergosign und Partner den Einsatz eines echtzeitgesteuerten 3D-Gebärdensprach-Avatars zur automatischen Übersetzung deutscher Texte in Gebärdensprache. Realisiert wird eine neuartige Online-Plattform, die durch die qualitativ realistische Darstellung eines 3D-Gebärdensprach-Avatars eine digitale und barrierefreie Kommunikation ermöglicht. Sie bietet den Mehrwert für Gehörlose, besser an der Digitalen Gesellschaft teilhaben zu können.

2.3 Selbstbestimmung gegen digitalen Kontrollverlust

Kontrollverlust im digitalen Wandel

Symbolbild für Kontrollverlust über unser digitales Leben | Quelle: Photo by Artyom Kim on Unsplash

Hollywood führt uns immer wieder effektreich vor Augen, wie schnell der ungewollte Machtwechsel zu einer von Maschinen fremdbestimmten Welt passieren kann. Das Resultat ist eine diffuse Angst, die Kontrolle über das digitale Leben und die geliebten technischen Helfer zu verlieren. Der erste Schritt auf dem Weg zum souveränen Umgang mit KI und Co. besteht aus meiner Sicht darin, dass wir uns durch eigene Praxiserfahrungen von Vorbehalten gegenüber modernen Technologien befreien. Denn Angst ist keine gute Beraterin – Gesunde Skepsis dagegen schon. Im zweiten Schritt sollten wir uns durch Beantwortung konkreter Fragen mit der Bedeutung des Begriffes auseinandersetzen: Wieviel Einfluss auf unser alltägliches Leben lassen wir zu? Wann gelten digitale Systeme als “übergriffig”? Wieviel Eigenidentität gestehe ich den maschinelle Wesen zu?

Auch wenn wir in diesem Punkt noch relativ am Anfang unserer digitalen Reise stehen, kann man bereits eines mit Sicherheit sagen: Deine Erfahrung und geschulte Perspektive als Gestalter:in digitaler Produkte und Services sind in dieser Diskussion unerlässlich.

Interessierten empfehle ich zudem den Besuch der Robophilosophy-Konferenz, die zuletzt 2020 in Dänemark abgehalten wurde.

3. Digital Designer – Architekten für die digitale Gesellschaft

Die mensch-zentrierte Gestaltung der digitalen Gesellschaft ist eine Mammutaufgabe und kann nicht im Alleingang bewältigt werden. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass gerade der UX Designer mit breitem Wissensprofil als eine Art Moderator im Dialog zwischen Gestalter:innen, Technolog:innen und Anwenderpsycholog:innen fungieren könnte.

Dabei zwingt die neue Vielschichtigkeit interaktiver Systeme unsere “digitalen Architekt:innen” zur Erweiterung ihrer Werkzeugkästen. Im folgenden Abschnitt möchte ich Dir beispielhaft drei Herausforderungen hochtechnisierter Interaktionsräume sowie passende Werkzeuge vorstellen, die ich für einen systematischen Gestaltungsansatz besonders wertvoll halte.

3.1 Herausforderung: Ethischer Konsens

Ein Roboter als soziales Wesen, der uns selbstständig umsorgt, die Tabletten reicht und für Zerstreuung sorgt? Für den einen okay, für den anderen befremdlich. Der Einsatz autonomer Systeme zum Beispiel in der Pflege entfacht schnell emotional geführte Diskussionen um gesellschafts-ethische Einflüsse. Das ist gut so. Denn am Ende des Diskurses steht häufig ein akzeptierter Konsens, an dem sich die Gestaltung zukünftiger Systeme orientieren kann. Dabei sind gesellschaftliche Implikationen durch Einsatz von KI, Robotik und Co. auf den ersten Blick häufig gar nicht vollständig durchschaubar. Um Design-Entscheidungen in solchen Projekten dennoch wissensbasiert treffen zu können, müssen wir potentielle Auswirkungen für alle Projektbeteiligten transparent machen.

3.2 Werkzeug: ELSI, MEESTAR & Co.

Mensch und Technik

Symbolbild für ethische Fragestellungen bei der Verschmelzung von Mensch und Technik aus dem Film Robocop aus dem Jahr 2014 | Bild: Sony Pictures / Studiocanal | Quelle: Mojomag

MEESTAR und Co. sind Frameworks, die für die Kanalisierung ethischer Fragestellungen sorgen. Im Kern werden technologische Ausbaustufen in Bezug zu möglichen gesellschaftlichen Einflüssen gesetzt. Das Ergebnis ist eine Art ethischer Kompass, der die unterschiedlichen Meinungen und das Spannungsfeld aus Mensch, Umwelt und Business systematisch auslotet. Häufig festigen sich in der Diskussion unternehmensweite Markenwerte, die als verankerte Designprinzipien für zukünftige Produkte und Services dienen. Die Leitlinien steigern die Wahrscheinlichkeit, dass der Markt das neue Angebot im Spannungsfeld von KI und Robotern akzeptiert und sind damit ein wertvolles Gestaltungswerkzeug. Auf europäischer Ebene ist die Arbeit der ethischen Kommission zum Umgang mit künstlichen Intelligenzen ein gutes – und sehr spannendes – Beispiel.

MEESTAR-Modell

MEESTAR-Modell in Anlehnung an [Weber 2019, S.434] | Quelle: Imew

3.3 Herausforderung: Ganzheitlichkeit und Kollaboration

Eine der grössten Herausforderungen heutiger und zukünftiger digitaler Systeme besteht in der Beherrschung ihrer Komplexität. Diese resultiert zum einen daraus, dass unzählig viele Teilsysteme in hochvernetzten IoT-Systemen zusammenwirken müssen, die dann schliesslich das Produkt oder den Service als Ganzes bilden. Mit dem Ziel einer “natürlichen Interaktion” werden zukünftige digitale Systeme zudem verstärkt auf eine multisensorische Mensch-Maschine-Kommunikation setzen. Die Orchestrierung aller aktiven und passiven Akteure solcher Systeme ist alles andere als trivial und erfordert die Disziplin übergreifende Zusammenarbeit aller Digital Experten in einem koordinierten Gestaltungsprozess. Einen Beitrag dazu können Werkzeuge aus der Service Design Methodik leisten.

3.4 Werkzeug: Service Design

Ursprung und Schwerpunkt von Service Design liegen in der Entwicklung von Services und service-orientierten Produkten. Die unternehmensweite Transformation hin zur Kunden- und Menschzentrierung startet beim UX Design einzelner Touchpoints und endet bei echter Service-Innovation. Das Tolle daran: Der Methode ist Technologie erst einmal egal. Service Design findet mit Empathy Maps, User Journeys und Service Blueprints zunächst den optimalen Ablauf, Service oder Produkt zu einem Problem und stellt dabei multi-komplexe Zusammenhänge aller Akteure und des Kontextes transparent und ganzheitlich dar. Im Lösungsprozess werden technologische Optionen dann bewertet und bei Bedarf integriert.

Customer Journey

Schematische Darstellung einer User Journey | Quelle: Ergosign

Bei der Anforderungserhebung an multisensorische Systeme habe ich gute Erfahrungen mit einer Variation der User Journey gemacht. Die klassischen Dimensionen der einzelnen Phasen erweiterte ich dabei auf Touchpoint-Ebene um die Erfassung einzelner Modalitäten wie Sehen, Hören, Sprechen. So entsteht ein Bild davon, welche Modalitäten in einzelnen Nutzungssituationen bereits stark beansprucht sind bzw. welche noch Kapazität aufweisen. Auf diese Weise kann auch Barrierearmut gezielt adressiert werden.

Doch Service Design kann noch mehr: Kollaborative Methoden und Workshops bilden eine Art roten Faden für die co-kreative Zusammenarbeit aller Digital Experten und strahlen dabei weit über Produkt oder Service hinaus bis in die Belegschaft. Eine gemeinsame Vision entsteht.

3.5 Herausforderung: Echtes Marktfeedback

Echte Innovation erfordert die regelmässige Überprüfung der Idee durch reales Marktfeedback und echte Testpersonen. Genau so wichtig wie die richtige Methode ist der Einsatz geeigneter Prototypen. Erneut liegt es am vielschichtigen Zusammenspiel von Sensoren, Knöpfen, grafischen und nicht-grafischen Interface-Anteilen, dass das Szenario auf die Probanden schnell unübersichtlich und abstrakt wirken kann. Das Resultat sind verfälschte Testergebnisse.

Als guter Mix hat sich für mich das von der Nielsen Norman Group beschriebene Prinzip der “Triangulation” bewährt. Die Mischung aus Expertenmeinungen, empirischer und qualitativer Befragung trägt dazu bei, annahmenbasierte Designentscheidungen in frühen und späten Gestaltungsphasen zu vermeiden.

Sorgenfreie Rekrutierung von Testpersonen

Wir unterstützen Produkt-, Design-, UX- und Marketingteams schneller und preiswerter an reales und verwertbares Nutzerfeedback zu gelangen. Das Herzstück unseres Service ist ein Pool von über 907’000 Testpersonen.

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3.6 Werkzeug: Ganzheitliche Prototypen & MVPs

Forschungsprojekt Ganzheitlicher Prototyp zur Validierung von Bedienkonzepten für den autonomen Personentransport im Forschungsprojekt APEROL

Ganzheitlicher Prototyp zur Validierung von Bedienkonzepten für den autonomen Personentransport im Forschungsprojekt APEROL | Quelle: Ergosign

Ein Schlüssel liegt in der Erstellung ganzheitlicher Hardware-Software-Prototypen. Tools wie zum Beispiel Antetype oder Protopie.io verbinden geschickt klassische GUI-Anteile mit physischen Dreh-Drück-Steller oder Spracheingaben und machen innovative Produkte bereits in frühen Entwicklungsstadien erleb- und testbar.

Bei der Entwicklung menschzentrierter Konzepte zur Mobilität der Zukunft arbeitet Ergosign im Rahmen von APEROL eng mit Partnern aus Forschung und Industrie zusammen. APEROL befasst sich mit der Umsetzung, Erprobung und Validierung eines ganzheitlichen Ansatzes für einen optimierten autonomen Verkehr.

MVP Ergosign

MVP | Quelle: Ergosign

Technologiebasierte Innovationen sind zudem häufig mit hohen Investitionen verbunden. Für die erste veröffentlichte Version eines neuen Produktes empfehle ich daher die Entwicklung eines MVP (Minimum Viable Product). Der Funktionsumfang sollte sorgfältig priorisiert sein und genau die Funktionen abdecken, die notwendig sind, damit die Wirtschaftlichkeit (Business), Attraktivität (Nutzer) und Machbarkeit (Technologie) eines Produktes oder einer Dienstleistung demonstriert und direkt am Markt validiert werden können. Die MVP-Roadmap sorgt zudem für eine beherrschbare funktionale “Schrittweite” bei innovativen Neuentwicklungen, wodurch Investitionsrisiken drastisch reduziert werden können.

Bei der Ergosign GmbH am Standort Saarbrücken haben wir eigens ein IoT Lab eingerichtet. Im “Multi Experience Lab” gehen wir mit ganzheitlichen Prototypen der Frage auf den Grund, welche Technologien das Potential haben den Menschen sinnvoll zu unterstützen. Unsere Mission: Innovationen zum Anfassen.

4. Ein Plädoyer für den Menschen – und Technik, die uns unterstützt

Mensch-Technik-Beziehung

Symbolbild für Mensch-Technik-Beziehung in einer digitalen Gesellschaft | Quelle: Photo by Alexander Sinn on Unsplash

Exoskelette gleichen körperliche Limitierungen aus. Low Code Tools ermöglichen es uns, die Automatisierung unseres privaten Alltags selbstständig und nach unseren hoch-individuellen Wünschen zu realisieren. Hochvernetzte und umwelteffiziente Mobilitätsdienste transportieren uns an jeden Ort der Welt. Und der Einsatz von CoBots und KI-Agents könnte die Wertschöpfung so stark steigern, dass wir einen Teil davon als selbstbestimmte (Frei-)Zeit zurück bekommen.

Skeptikern begegnen wir mit mensch-zentrierten Produkten und Services, bei denen moderne Technologie dem Menschen dient und nicht anders herum. Hierzu müssen wir unsere Werkzeugkästen erweitern. ELSI bietet einen Anker in ethischen Fragen. Service Design trägt dazu bei, das komplexe interaktive Zusammenspiel aus Mensch und Technik systematisch zu gestalten. Und die Validierung mit ganzheitlichen Prototypen sorgt dafür, dass unsere technologischen Innovationen später auch Anklang bei potentiellen Kunden finden.

4.1 Der Anfang ist gemacht

Seit dem Weltwirtschaftsforum 2020 in Davos überschlagen sich Konzerne (medienwirksam) mit Zusagen zu einer nachhaltigen und zirkulären Ökonomie unter Einsatz modernster Recyclingtechnologien. Deutsche Automobilkonzerne setzen zwar auf Hyper-Automatisierung ihrer Fertigungslinien, entdecken mit ihrem “Human First”-Versprechen jedoch gleichzeitig ihr wichtigstes Asset wieder – den Menschen. Arbeitswissenschaftler:innen stellen vermehrt die These auf, dass unsere Arbeitsplätze dank maschineller Helfer komfortabler und effizienter werden, aber so gut wie keiner gänzlich von Technologie ersetzt werden wird. Auf politischer Ebene diskutieren  Arbeitsgruppen die Souveränität der eigenen digitalen Identität in der EU mittels sogenannter Distributed Ledger-Technologien – besser bekannt als Blockchains. Und zuletzt warb unter anderem der Bitkom-Präsident für ein neues Ministerium, das sich ganz den Fragen und Antworten der Digitalisierung widmet.

5. Fazit

Technologie ist weder gut noch böse – es liegt ganz alleine an uns, was wir aus ihr machen. Die unbeirrbar mensch-zentrierte Perspektive des UX Designers bewahrt Richtung und Überblick im Wandlungsprozess hin zu einer digitalen Gesellschaft und macht den Beruf zu einem der Spannendsten unserer Zeit. Aus meiner persönlichen Sicht ist die Mitwirkung an diesem Prozess unsere Verantwortung und eine einmalige Chance: Für Technologie, die den Menschen unterstützt und befähigt, statt ihn zu beherrschen!

Bereit, die Welt zu retten?

UX Designers

Symbolbild für den Beruf des UX Designers und die interdisziplinäre Zusammenarbeit im mensch-zentrierten Gestaltungsprozess | Quelle: Ergosign

6. Ergosign GmbH – We innovate and create digital experiences

Ergosign ist überzeugt von digitalen Produkten, die Menschen in ihrer Arbeit unterstützen und ihr Leben bereichern. Als führende Digitalagentur mit Fokus auf User Experience im DACH-Raum betreut Ergosign Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen und Geschäftsfeldern Full Service mit einem mensch-zentrierten, zielorientierten und kollaborativen Mindset. Ausgezeichnet mit mehreren Design Awards — wie dem Red Dot, dem iF oder dem UX Design Award — verfügen die mehr als 180 Mitarbeitenden an 6 Standorten in Deutschland und der Schweiz über umfassende Digitalisierungserfahrung aus über 3200 Projekten.